Ich lese gerade mal wieder schweren Stoff, dabei bemüht sich der Herr Stephen Hawking das Material schon so verständlich wie möglich zu machen. „Die Illustrierte kurze Geschichte der Zeit“ von Stephen Hawking.

Während man sich zu später Stunde noch Gedanken drüber macht ob das Universum chaotisch oder geordnet expandierte, ob schwarze Löcher tatsächlich Energie und Teilchen emittieren, kam mir die Frage auf, wie weit wir überhaupt verstehen können weshalb das Universum so ist wie es ist und nicht eben anders. Mal wieder.
Der Mensch als Teil des Universums, von Bedeutung oder nur ein Teilchen in der Kette einer nicht vorhersehbaren Zukunft?
Einerseits scheint der Mensch im Schöpfungsprozess des Universums eine untergeordnete Rolle zu spielen, andererseits ist er aber auch ein Teil der Schöpfungskette mit einem nicht definierten Ausgang. Außer man geht davon aus, daß das Universum tatsächlich mal die kritische Geschwindigkeit unterschreitet und den Weg seiner Schöpfung umkehrt und wieder in die unendliche Dichte zurückfällt. Wenn man davon ausgeht, daß der Urknall und damit die Expansion des Universums auch die Geburtsstunde der Zeit ist, so müßte alles wieder seinen Lauf zurücknehmen und eine Bahn beschreiben bis in den Anfang ins „Nichts“ – wobei ich für mich persönlich das „Nichts“ nicht gelten lasse – dies mag natürlich auf meine menschlichen Grenzen der Vorstellungskraft zurückzuführen sein. Da derjenige der das Universum schuf aber so klever war diesen Prozess durch die zunehmende Geschwindigkeit der Expansion abzusichern, wird dies kaum geschehen. Wissen kann man es natürlich nicht.

Der Urknall

Alles began mit dem Urknall (religiöse Menschen sprechen von dem Akt den Gott verwendete um alles im Universum zu schaffen. Dabei zitierte Hawking den Papst, welcher die Teilnehmer einer Forschungstagung zu einer Audienz einlud, daß man ruhig bis zu den Anfängen, bis zum Urknall forschen dürfe, aber nur bis dahin und nicht weiter. Denn alles was während des Urknalls geschah war Gottes Werk und dürfe nicht erforscht werden.).
Ohne sich jetzt drauf versteifen zu wollen zu klären, was denn vor dem Urknall war, und somit in die Diskussion zu entfachen, ob ein Weltenhuhn das Ei erst legen mußte bevor es schlüpfen konnte, drängt sich mir diese Frage dennoch auf.
Das lasse ich jetzt nur mal als Gedanken so stehen. Dieser wird nicht neu sein, soll aber eine Note an mich selbst sein letztendlich.

Die Zeitlinie des Universums - NASA/WMAP Science Team

Die Zeitlinie des Universums - NASA/WMAP Science Team

Religion ist in einigen Punkten mit der Wissenschaft tatsächlich vereinbar, gilt doch als gesichert, daß am Anfang Chaos herrschte. Die Religion spricht dann von einem externen Eingriff, einem Gott, der die Welt und das Leben schuf.
Scharfsinnig beobachten fragt man sich, wer schuf den Gott? (errrrrrr – nun sind wir doch wieder beim Weltenhuhn gelandet ….) Wer schuf seinen Schöpfer, was ist der Ursprung vom Ursprung vom Ursprung  [eine beliebige Zeichenfolge hier bitte einsetzen] …

Eines scheint gesichert: im Ursprung, vor dem Anbeginn der Zeit, bevor die Regeln des Universums geschrieben wurden, waren alle Kräfte vereint, eine Urkraft.

Basis Wissenschaft und Religion

Eines ist mir zumindest klar geworden: indem auch die Wissenschaft nicht klären kann, was vor dem Urknall war, also auch jeglichen Ursprung nicht begründen kann, bleibt sie in einem gewissen Punkt der Religion ähnlich:

Die Religion geht von einem Gott aus der „einfach schon immer da war“ und dann das Universum und alles darin schuf, die Wissenschaft geht von einem Urknall aus, der scheinbar ebenfalls aus dem Nichts entstand, bzw. aus einer unendlichen Dichte die auch einfach da sein mußte. Bzw. einigen sich beide auf einen chaotischen Zustand vor der Ordnung. Natürlich kann die Wissenschaft nicht sagen was vor der Zeit war – dafür ist der Mensch nicht geschaffen. Dafür bedarf es eines universellen Bewußtseins. In diesem verwirrten Satz, da meine Gedanken schneller sind als meine Finger (zum Glück!), spiegelt sich die Ähnlichkeit wieder. Die Wissenschaft läßt Gott zwar weg, hat aber eigentlich einen ähnlichen Ansatz mangels Erklärung des Urzustandes oder der Energie und Materie welche davor war.

Die Kraft die die Universen schuf muß gewaltig und zeitlos gewesen sein. Belassen wir es hier beim einfachen Philosophieren zu einem schwierigen Thema.

Zwischensumme

Auch nach dem millionsten Mal des Studiums des Buches wird man nicht wirklich schlauer werden. Zumindest nicht, wenn man auf der Suche nach Antworten ist. Religion ist für mich keine Antwort. Sie erklärt schwer zu begreifende Dinge mit noch weit mystischeren Grundlagen. So kommen wir nicht weiter.
Letztendlich hat das Buch jedoch seinen Zweck jetzt schon erfüllt: ein Stück weiter zu denken, ein Stück vom Augenblick zu lösen und versuchen zu begreifen an welcher Stelle man selbst im Leben stellt. Wie das Universum, mit dezenten Unterschieden, haben wir auch unseren Kreislauf. Der Verbleib der Energie nach abstoßung der Materie ist allerdings noch zu klären. Wenn man nach den Erkenntnissen um die Energie des Universums bemessen darf, so geht Energie niemals verloren: sie wird in einer anderen Form zurück an das Universum zurückgegeben. Wieso sollte unsere Lebensenergie da eine Ausnahme machen?

Mit diesen verwirrten und verwirrenden Worten: Mahlzeit!

Quellen: