Gestern Abend war wieder Science Fiction Filmzeit. Diesmal mit einer BluRay Version von „Running Man“, nach dem Roman von Richard Bachmann/Stephen King.

So weit in der Zukunft liegen die Ereignisse eigentlich nicht mehr wenn man bedenkt, dass die Handlung sich im Jahre 2017 abspielt, in einer Welt, welche komplett im Chaos versunken ist und mitten im Geschehen die Medien stehen. Kommt einem eigentlich sehr bekannt vor.

Der noch sehr junge Arnold Schwarzenegger mit Originalton war natürlich eine Sehenswürdigkeit – allein schon die Ausdrucksweise im Englischen hatte seinen Witz und Charme und rundete den Film dystopischer Natur.

Running Man - die Verfilmung mit Arnold Schwarzenegger

Running Man – die Verfilmung mit Arnold Schwarzenegger – Copyright Tristar

Auf eine Sache haben wir beim günstigen Kauf der BluRay nicht geachtet (wobei diese sehr schön, nicht wie bei den RoboCop Serien BluRay, überarbeitet wurde und entsprechend qualitativ gutes Bildmaterial lieferte): ob das eine gekürzte oder ungekürzte Fassung war. Dadurch, dass bei dieser Version von Running Man eine 3D Vesion gleich dabei ist (kein Real 3D, nur für die Farbbrillen), gab es gleich einen „HD Cut“ – dies bedeutet für den Sci-Fi Streifen gleich ein paar Minuten weniger. eine absolute Laufzeit pro Version liegt bei 87 Minuten. Im Vergleich dazu ist das Original 96 Minuten lang, die gekürzte, offizielle Fassung ca. 90 Minuten lang.
Bis auf 1-2 Szenen war es aber sehr geschickt geschnitten und fiel nicht negativ auf – aber es geht immerhin um das Prinzip.

Running Man – die Roman Vorlage von Richard Bachmann

Wie zunächst erwähnt, lieferte der Roman „Running Man“ von Stephen King, aka. Richard Bachmann die Vorlage für diesen medien- und gewaltkritischen Film. Wobei letzteres von den Kritikern seit jeher bezweifelt wurde, dadurch, dass es selbst viele Gewaltszenen beinhaltet. Gut, die Vorlage ist ja auch kein Blümchenpflücken. Dem Roman habe ich damals in einer Nacht durchgelesen, mitten in der Woche, mitten in der Schulzeit. Entsprechend war meine Konzentration im Unterricht – aber auch das war eher der Normalzustand als außergewöhnlich. Im deutschen heißt der Roman übrigens nicht „Running Man“ sondern „Menschenjagd“.

Gravierende Unterschiede zwischen Roman und Verfilmung

„Running Man“ wurde von Stephen King unter dem Pseudonym Richard Bachmann veröffentlicht und war somit der vierte Roman unter demselben.
Natürlich unterscheiden sich die Inhalte von Roman und Film. Gravierend ist die futuristische Zeitangabe – während der Science Fiction Streifen im Jahre 2017 spielt, ist der Zeitraum im Roman auf das Jahr 2025 datiert. Im Roman gibt es auch viele andere, sadistische Gameshows, welche im Film nicht ansatzweise behandelt werden – stattdessen konzentriert man sich auf die Hauptattraktion, die Show „Running Man“.
Weit gravierender ist der veränderte Inhalt der Verfilmung in Bezug auf die Motivation von Ben Richards, dem Protagonisten des Science Fiction Romans, sowie der Verfilmung desselben:

Während der Ben Richards im Film aus einem Gefängnis ausbricht (er wurde dort inhaftiert weil er Befehle verweigert hatte eine unbewaffnete, demonstrierende Menge vom Hubschrauber aus zu beschießen – nachdem Ben vom Reset der Besatzung überwältigt wurde, wird die Menge dennoch beschossen und ihm die Last zur Anklage gelegt), gefangen genommen wird und letztendlich vor der Gameshow „Running Man“ als Hauptattraktion auftreten und um sein Leben kämpfen muss, meldet sich der Ben Richards aus dem gleichnamigen Roman freiwillig zur Teilnahme in der Gameshow. Seine Motive sind privater Natur: er benötigt Geld für die Behandlung seiner kleinen Tochter Cathy.
Ben überlebt nur knapp die Show, erfährt jedoch, dass zwischenzeitlich Frau und Kind gewaltsam gestorben sind. Mit einem Flugzeug, mit welchem er die Show erst gewinnen konnte, stürzt er sich in den Tower des Mediengiganten und beendet damit sein Leben, schließt gleichzeitig auch die Handlung des Romans ab.

Realshow:

Ich erinnere mich vage an eine Ausschreibung und eine Veranstaltung, bin mir nicht ganz sicher, ob es nicht sogar einen ähnlichen Namen hatte, in dem Teilnehmer für eine ähnliche, echte Show gesucht wurden. Ich hatte mich dafür auch beworben – leider ohne Erfolg. Ziel war es in einer der Weltmetropolen eine Zeit lang „unter zu tauchen“. Man mußte sich allerdings mit einer Videobotschaft melden – viel näher am Roman als der erwähnte Film. Nur am Rande.

Fazit:

Beide, der Film wie der Roman sind einzeln zu behandeln. Auch wenn der Film interessant ist, ist er sehr eigenständig anzusehen und auf jeden Fall der Roman dem Film zu bevorzugen. Nicht zuletzt was die psychologische Reichweite des Romans angeht.