Total Recall oder „Was zum Teufel habe ich denn da eigentlich gesehen und was hat es mit einem Total Recall Remake zutun?“

Ich hatte mir nun wirklich nicht viele Hoffnungen gemacht, dass der Film auch nur in die Nähe des Klassikers kommen könnte. Re-Makes muss man eben als selbständiges Werk sehen. Dennoch vergleicht unweigerlich die gleichen Titel.
Es ist ja auch nicht so, dass die vielen Berichte über den Science Fiction Streifen den Film gar als Flop des Jahres bezeichneten. Chris vom Doktorsblog gibt dem Re-Make gerade mal 3.5 von 10 Punkten. So niederschmetternd würde ich das eben, aber auch nur wenn man es als selbständiges Werk ansieht, nicht bezeichnen. Schöne Effekte, viel Science Fiction, nett gemacht das Ganze, aber eben kein Total Recall.

Total Recall – WTF – wo ist der Mars?

Mit Total Recall verbinde ich direkt das Abenteuer und den Widerstand auf dem Mars, die unliebsamen Mutanten und die letztendlich durch Alienartefakte belebbare Marsoberfläche. Davon ist im Re-Make keine Rede. Nur wenige Elemente erinnern tatsächlich an den Vorgänger und die rechte Stimmung kann nicht aufkommen. Vielleicht hat sich heimlich doch etwas Vorfreude eingeschlichen und untergrub den Pessimismus gegenüber einer neuen Version.

Statt dem Mars gibt es jedoch eine interessante Idee: die Idee des Aufzuges, welcher direkt durch den Planeten geht. Im freien Fall schwingt man sich eben innerhalb kurzer Zeit von der australischen Kolonie zum Unterdrücker British Empire. Bei den letzten Kampfszenen musst ich unweigerlich dran denken, wie sie mit der Schubkraft auf der Oberfläche des Transportmittels laufen, kämpfen und rutschen konnten ohne dass die Andruckkräfte ihre Arbeit verrichtet hätten. Nun, es ist Science Fiction und da muss die Physik schon mal der Phantastik weichen oder sich zumindest den Vorstellungen des Machers beugen.

Also nix mit Mars! Keine rote Marsoberfläche, keine Alienartefakte und keine Mutanten bis auf die Ausnahme, dass eine sexy Braut mit drei Möpsen auch im Re-Make von Total Recall nicht fehlen durfte. Die Situation und Stimmung hat es dennoch nicht retten können.

Fazit:
Ein Re-Make würde ich das nun wirklich nicht nennen. Es hat kaum etwas mit dem Vorgänger gemein. Mit der Bewertung bin ich mir recht unsicher. Der Film war technisch schon gut gelungen, die Szenen gut abgedreht. Geht man von dem Gedanken ab, dass es kein „Re-Make“ ist, so kann man sich den Film ruhig anschauen. Wer den Klassiker nicht kennt, wird hier definitiv Vorteile haben. geben wir dem Science Fiction Film mal gut gemeinte 6+ Punkte.
Genauere Angaben läßt das durchzechte Gehirn heut nicht zu.