Ich stelle mir gerade die eigene Wahl vor: ein perfekt gestaltetes Robotermädchen nach Vorgabe, Alter, Aussehen, Farbe etc. (also sgn. Real Dolls nur halt eben noch mit einer KI ausgestattet) – oder ein abstraktes Wesen welches zur Befriedigung der Triebe dient aber nicht das Aussehen bringt (Mit geschlossenen Augen macht das sicherlich keinen Unterschied!)

Uncanny Valley – wieviel Mensch darf ein Roboter sein? Damit befasste sich der Chris vom Doktorsblog am 6. April in seinem Beitrag „Fieser Roboter, da!

Uncanny Valley

Bis dato wußte ich nicht, daß Uncanny Valley ein fester und meßbarer Wert ist für die Akzeptanz einer menschlich aussehenden Roboterfigur, bzw allgemeingehalten: künstlichen Figuren.
Nicht nur in guten Science Fiction Filmen versuchte man schon immer dem Roboter menschliche Eigenschaften im Aussehen zu verleihen (man denke da nur an Metropolis! Eine junge Frau in ein luftundurchlässiges, enges Konstrukt aus Holz gezwängt, begleitet von unzähligen Kreislaufzusammenbrüchen unter den heissen Scheinwerfern …), sondern auch in der heutigen Foeschung der Robotik.
Der Mensch versucht sich zu reproduzieren, und zwar nicht auf die normale, bekannte und bewährte Methode (macht eh nur Betten kapput, stört Kinder, Eltern und Nachbarn, ist zeitaufwendig und vulgär!), sondern die der Zuunft: in der Technik oder in der Genetik – eines von beiden wird sich durchsetzen und den Übermenschen schaffen.

Übermensch – Mensch 2.0

Gesünder, klüger, logischer, furchtloser, widerstandsfähiger wird der Mensch 2.0 sein. Er wird im Stande sein die Welt nach seiner Vorstellung zu formen. Dabei kommt es nicht drauf an ob der Übermensch teilweise oder garnicht biologisch ist: es ist seine Intelligenz die ihn zum Mensch macht!

Cogito Ergo Sum! – Ich denke also bin ich! (René Descartes)

Uncanny Valley reversiert: wie würde der biologische Mensch auf eine Gesellschaft wirken die technisiert ist, die sich in ihrer Perfektion dennoch in Grenzen, und vor allem durch den BioMenschen in ihrer Existenz bedroht fühlt?
Wieso sollte eine perfekte Intelligenz einen so ein anfälliges Wesen fürchten wie den Menschen? Das würden sie auch nicht wissen, aber sie würden es fürchten! Aus dem einfachen Grund: Xenophobie – sie würden den Menschen vielleicht besser verstehen als wir sie, aber es gibt immer Eigenschaften die den Unterschied ausmachen, die eine Bedrohung für Stabilität und Ordnung darstellen könnten.

Was wäre, wenn in der technisierten Welt Gefühle keine Rolle spielen würden und der Alltag rein rationell wäre? Wäre dann vielleicht der Reiz der Menschlichkeit in der Gefühlswelt nicht unter Umständen eine Gefahr für Ordnung und Sicherheit einer ganzen Welt (Ich setze voraus, daß die KI der herrschenden Rasse soweit ist, daß sie auf Gefühle verzichtet sie jedoch empfinden kann)?

In beiden Fällen würden wir uns in unserem eigenen Revier bedroht fühlen und Maßnahmen ergreifen eine potentielle Gefahr zu beseitigen.

Anmerkung: man kann es sogar Xenophobie, die Angst vor dem Fremden nennen. Eine natürliche Abwehrhaltung gegenüber unbekannten „Dingen“, Kulturen und Personenkreisen.

Robotergesetze – was unternimmt man im Vorfeld gegen eine potentielle Bedrohung durch Roboter?

Isaac Asimov war da schon ein Stück weiter – er setzte Regeln auf die für die KI zu gelten haben. In seiner Kurzgeschichte „Runaround (1942)§ kamen diese Gesetze zum ersten Mal ans Tageslicht:

1. Ein Roboter darf kein menschliches Wesen (wissentlich) verletzen oder durch Untätigkeit gestatten, dass einem menschlichen Wesen (wissentlich) Schaden zugefügt wird.

2. Ein Roboter muss den ihm von einem Menschen gegebenen Befehlen gehorchen – es sei denn, ein solcher Befehl würde mit Regel eins kollidieren.

3. Ein Roboter muss seine Existenz beschützen, solange dieser Schutz nicht mit Regel eins oder zwei kollidiert.

Quelle: wikipedia – Robotergesetze (und deren Ableitungen und Grundlagen)

Es gibt noch eine andere Grundlage: ein sich selbst reproduzierbares, künstliches System darf nicht außer Kontrolle geraten. Ihm wird eine sehr begrenzte Lebensdauer verliehen und eine ebenfalls begrenzte Anzahl der Reproduzierbarkeit (siehe Bladerunner, die Androiden Wesen haben nur eine begrenzte Lebensdauer).
Leider finde ich dazu nicht im Internet – bin mir aber sicher, daß es dazu auch eine Grundlage gab.
Man muß sich an dieser Stelle feststellen, daß auch der biologische Mensch diese Begrenzungen hat. Sowohl in seiner Zellteilung, die irgendwann einfach abnimmt ohne daß es dafür scheinbar Gründe gibt – wir altern, wie auch in unserer Reproduktion gibt es diese Begrenzungen. Wir haben es nur gut geschafft diese Spanne um ein Vielfaches auszudehnen.
Dadurch ist das System leicht aus dem Ruder geraten, wir werden immer älter, und durch wirtschaftliche und gesellschaftliche Gründe gebären wir weniger Kinder. So oder so, die Bevölkerung der Erde wächst stetig!

Leicht vom Thema „Uncanny Valley“ abgekommen, aber ich denke mal, dies sei mal in diesem gedanklichen Prozess mal.gestattet!
Fazit: keine schöne Zukunft für kybernetische Real Dolls :)