Ach ja, da war sie wieder: eine tolle Diskussion mit dem Sohnemann (9) auf der Fahrt zum Urlaubsort.Thema: Zeitreisen!

Klassische Situation & interessante Wendung!
Sohn stellt sich eine Reise durch die Zeit vor in der er den Vater vorher kennenlernt.
Anregend war die Erzählung von Spielorten als ich selbst noch klein war. Diese würde auch der Nachwuchs gerne besuchen.
Da es diese Orte stellenweise so nicht mehr gibt, müssen natürlich Zeitreisen her. Logisch, oder nicht?

Doch einfacher gesagt als getan. Zeitreisen sind eine komplexe Angelegenheit. Das weiß er natürlich schon. Wir hatten hierzu schon so manches Gespräch, und auch ein Buch über Physik bis Quantenphysik für Kinder war schon mal auf der (Vor)Leseliste.

Was passiert eigentlich, wenn du in der Zeit zurückreist und verhinderst, dass ich deine Mama kennenlerne?

Eine eigentlich harmlose Frage, möchte man meinen.
Die Antwort ist schnell gefunden: nichts, immerhin ist ja alles so gelaufen wie es sollte und der Sohnemann konnte in der Zeit zurückreisen um auf den Spielplätzen des Vaters zu spielen. Was macht es dann für einen Unterschied ob der Vorgänger in seinem frühen Stadium ausgelöscht wird?

Ups, das Paradoxe an Zeitreisen ….

Wie schwer sowas zu vermitteln ist wird erst dann klar, wenn man es einem Kind verständlich erklären möchte. Denn die Antworten, wie oben beschrieben, werden allzu schnell gegeben. Wie im folgenden Verlauf des Gesprächs mal wieder festgestellt, lohnt es sich allerdings ausreichend Freiheit und Kreativität für die Antwort zu lassen.

Zeitreisen: wie lösche ich meine eigene Existenz?

Dass man seinen Großvater nicht töten und gleichzeitig später in der Zeit reisen kann um ihn umzubringen klingt ja einleuchtend. Zumindest, wenn man sich nicht mit dem vorgelagerten Paradoxon beschäftigt.
Doch was ist hier die Alternative? Ist es eine Art Zeitreisen Einbahnstraße, und man kann seinen Großvater oder Vater töten bevor man geboren wurde und sich somit selbst eliminieren?

(…) man würde einfach weiterleben bis zu dem Augenblick wenn man eigentlich geboren würde!

Die Antwort hatte es in sich: man würde nur so lange existieren bis zum Augenblick der eigenen Geburt. Dann würde man sich auflösen (wohin eigentlich?). Eine Art nachträgliche Korrekturschleife für Zeitreisen quasi. Auch wenn Zeitreisen für mich eines der Lieblingsthemen sind, ebenso die Auseinandersetzung mit den paradoxen Aspekten derer, so war für mich diese Vorstellung neu. Vor allem aber verdammt interessant!

Leute! Hört euren Kindern zu. So manches Geheimnis ist der Lösung nahe, wenn man die jungen Geister befragt!